Zum Inhalt springen
/ Home / Knowledge / Prompt-Baukasten · die 12 Techniken

Prompt-Baukasten · die 12 Techniken

Eric Fischer
OIT KI Gateway-Experte
OIT GmbH
Profil ansehen

Gute Prompts sind die Grundlage jeder sinnvollen KI-Nutzung. Die folgenden zwölf Techniken decken praktisch alles ab, was Sie im Alltag brauchen. Die orange markierten fünf sind die wichtigsten — die reichen schon für 90 % guter Ergebnisse.

01

Rolle + Ziel + Format

Was: Rolle, Aufgabe, gewünschtes Ausgabeformat im Prompt definieren.

Die wichtigste und einfachste Technik. Nennen Sie der KI eine berufliche Rolle, sagen Sie, was rauskommen soll, und in welchem Format. Macht Prompts von Anfang an konkret, reduziert Rückfragen auf null.

Technik 1 · Beispiel
Du bist Controllerin in einem Mittelständler.
Analysiere die beigefügten Verbrauchsdaten für 2025 und 2026.
Identifiziere auffällige Abweichungen.
Format: Markdown-Tabelle mit Position, Abweichung in %, wahrscheinlichste Ursache.
02

Kontext zuerst, Frage am Ende

Was: Dokument oder Daten voranstellen, konkrete Frage danach.

Wenn Sie ein Dokument analysieren wollen: erst das Dokument einfügen (oder hochladen), dann die Frage stellen. Nicht umgekehrt. Die KI hat dann den vollen Kontext, bevor sie die Aufgabe versteht. Präziser, weniger Missverständnisse.

Technik 2 · Beispiel
[Hier den Wirtschaftsplan-Auszug einfügen oder als Datei hochladen]

Frage: Welche drei Positionen haben den größten Anstieg gegenüber
Vorjahr, und worin könnte der Anstieg begründet sein?
03

Varianten anfordern

Was: Statt einer Lösung mehrere in unterschiedlichen Tonlagen oder Längen.

Kostet nicht viel mehr als eine einzelne Antwort, aber Sie haben Auswahl. Besonders nützlich bei Texten, wo der richtige Ton nicht immer sofort klar ist.

Technik 3 · Beispiel
Formuliere drei Varianten für die Antwort auf diese Kundenbeschwerde:
1. Sachlich-knapp
2. Empathisch-ausführlich
3. Formal-rechtssicher

[Beschwerdetext einfügen]

04

Gegenlesen lassen

Was: Den Output von der KI selbst auf Probleme prüfen lassen.

Nach der ersten Antwort: „Prüfe nochmal kritisch auf X, Y, Z.“ Die KI findet so oft Schwächen, die sie beim ersten Mal übersehen hat. Funktioniert besonders gut bei E-Mails, Verträgen, längeren Texten.

Technik 4 · Beispiel
Prüfe deine Antwort auf:
– Sachliche Korrektheit
– Fehlende wichtige Aspekte
– Klarheit der Argumentation
Korrigiere oder ergänze, was du verbessern würdest.
05

Iterieren im gleichen Chat

Was: Antwort schrittweise verfeinern, nicht neu prompten.

Die KI behält den Kontext. Statt einen perfekten Prompt zu basteln, lieber loslegen und iterieren: „Kürzer.“ „Mehr Details zu Punkt 2.“ „Anderer Ton.“ Spart Zeit und liefert oft bessere Ergebnisse als ein Mega-Prompt.

06

Beispiele geben (Few-Shot)

Was: Zwei, drei Beispiele für das gewünschte Format mitliefern.

Wenn die KI ein bestimmtes Format genau treffen soll, geben Sie zwei oder drei vollständige Beispiele mit. „So sieht’s aus, mache jetzt drei weitere davon.“ Reduziert Format-Abweichungen drastisch.

07

Schritt für Schritt denken lassen

Was: Bei komplexen Aufgaben „Denke Schritt für Schritt“ anfügen.

Hilft besonders bei Logik, Mathematik, mehrstufigen Schlussfolgerungen. Die KI macht den Denkprozess sichtbar, was sowohl Qualität als auch Nachvollziehbarkeit verbessert.

08

Grenzen setzen (Negation)

Was: Explizit sagen, was die KI nicht tun soll.

„Keine Floskeln. Keine Aufzählungen. Nicht länger als 100 Wörter. Nicht duzen.“ Negation funktioniert oft besser als positive Anweisungen, weil sie typische KI-Schwächen direkt adressiert.

09

Self-Critique

Was: Die KI bewertet ihre eigene Antwort und schlägt Verbesserungen vor.

„Bewerte deine Antwort auf einer Skala 1-10 und nenne die drei größten Schwächen.“ Die zweite Iteration liefert dann oft erstaunlich viel bessere Ergebnisse.

10

Chunking großer Aufgaben

Was: Eine große Aufgabe in mehrere kleine teilen.

Statt „Schreibe einen vollständigen Geschäftsbericht“ lieber: „Schritt 1 — Gliederung. Schritt 2 — Executive Summary. Schritt 3 — Kapitel 1.“ Bessere Kontrolle, bessere Qualität, leichter zu korrigieren.

11

Output-Format erzwingen

Was: Format strikt vorgeben — JSON, Markdown-Tabelle, CSV, etc.

„Antworte ausschließlich als JSON mit den Feldern X, Y, Z. Keine Erklärung davor oder danach.“ Macht Output maschinenlesbar und reduziert „Geschwätz“.

12

System-Prompt persönlich setzen

Was: Rolle und Stil einmal global, nicht in jedem Chat neu.

Siehe Kapitel 04. Der System-Prompt spart Ihnen für jeden einzelnen Chat die wiederholten „Antworte auf Deutsch, sachlich“-Hinweise. Einmal setzen, immer aktiv.

Anti-Muster — typische Fehler

❌ Vage

„Schreib eine Mail“

✅ Spezifisch

„Du bist Account Manager. Schreibe an Frau Becker von der Einkaufsabteilung wegen Termin für Produktdemo. Vorschlag: Di 28.04. oder Do 30.04., je 9 Uhr. Höflich, kurz, nicht duzen.“

❌ Hilflos

„Kannst du mir helfen?“

✅ Konkret

„Ich brauche für einen Antrag an die Geschäftsführung eine Kurz-Begründung (max. 100 Wörter), warum das Software-Update nicht bis zum nächsten Budgetjahr warten kann.“

❌ Dump & Frag

200-Seiten-PDF + „Worum geht’s?“

✅ Gezielt

„Welche drei teuersten geplanten Maßnahmen stehen im beigefügten Wirtschaftsplan, und mit welchen Fristen?“

Die Essenz — wenn Sie sich nur fünf Dinge merken

  1. Rolle, Ziel, Format — immer explizit nennen.
  2. Kontext zuerst, Frage am Ende — Dokument vor die Frage stellen.
  3. Iterieren statt perfektionieren — kurz starten, nachschärfen.
  4. System-Prompt einmal setzen — und dann vergessen.
  5. Negation nutzen — was nicht passieren soll, klar sagen.
Eric Fischer
Dein Ansprechpartner
OIT GmbH
Profil ansehen

Hast du eine Frage zu diesem Artikel?

Schreib uns – wir antworten in der Regel innerhalb eines Werktages.