Stand: 01.11.2026
Du fährst einen Tesla als Dienstwagen, lädst ihn zu Hause und dein Arbeitgeber soll dir den Strom erstatten? Seit 2026 gelten dafür neue Regeln: Die bekannten Monatspauschalen sind weggefallen, stattdessen musst du die geladene Strommenge nachweisen. In diesem Artikel richtest du in Home Assistant (HA) eine saubere Erfassung ein, erstellst eine monatliche Auswertung und bekommst eine Vorlage für die Abrechnung.
Baut auf Teil 1 auf: Du solltest deinen Tesla bereits wie in Teil 1: Tesla in Home Assistant einrichten mit Teslemetry eingebunden haben. Die Entitätsnamen hier folgen diesem Artikel. <auto> steht für den Namen deines Fahrzeugs.
Hinweis: Dieser Artikel ist keine Steuer- oder Rechtsberatung. Er gibt den Stand der öffentlich zugänglichen Verwaltungsanweisungen zum 01.11.2026 wieder. Klär die konkrete Abrechnung mit deinem Arbeitgeber (Lohnbuchhaltung) und im Zweifel mit einer Steuerberaterin oder einem Steuerberater.
Voraussetzungen
- Home Assistant mit eingerichteter Tesla-Integration (siehe Teil 1).
- Eine Heimzone in HA (Einstellungen → Bereiche, Labels & Zonen → Zonen → „Zuhause“), damit
device_tracker.<auto>_standortden Zustandhomeannimmt. - Eine Ladestelle zu Hause (Wallbox oder Steckdose) und idealerweise ein eigener Zähler dafür (siehe nächster Abschnitt).
- Dein aktueller Stromvertrag (Arbeitspreis und Grundpreis), falls du mit deinem individuellen Strompreis abrechnen willst.
- Absprache mit deinem Arbeitgeber, wie abgerechnet wird (Intervall, Format, Methode).
Datenquellen: Woher kommen die Kilowattstunden?
a) Zähler oder Wallbox mit Zähler (beste Wahl)
Ein separater Zähler für die Ladestelle misst die Energie, die tatsächlich aus dem Netz bezogen wird, inklusive Ladeverlusten. Das ist die sauberste Grundlage.
- Wallbox mit integriertem Zähler (oft mit App oder Ladeprotokoll): Viele Wallboxen haben eine HA-Integration oder sprechen Modbus/OCPP.
- MID-konform bzw. geeicht ist für die Lohnsteuer laut Bayerischem Landesamt für Steuern nicht zwingend erforderlich, aber natürlich zulässig und für die Nachvollziehbarkeit am besten (siehe Steuer-Abschnitt).
b) Fahrzeugdaten über Teslemetry
Aus Teil 1 hast du unter anderem:
sensor.<auto>_ladeenergie_hinzugefugt: Energie, die in der aktuellen/letzten Ladesitzung hinzugefügt wurde (kWh)sensor.<auto>_ladegerat_leistung: aktuelle Ladeleistungsensor.<auto>_ladestatus: Ladestatusdevice_tracker.<auto>_standort: Standort, um nur Heimladungen zu zählen
Wichtige Einschränkung: Das Fahrzeug misst die Energie, die im Akku bzw. am Fahrzeug ankommt, nicht die Energie, die aus dem Netz gezogen wurde. Die Ladeverluste (Größenordnung grob 10–15 %, je nach Ladeleistung, Temperatur und 1- oder 3-phasigem Laden; das ist ein Erfahrungswert, kein Messwert für dein Auto) fehlen also. Laut Bayerischem Landesamt für Steuern dürfen Ladeverluste grundsätzlich steuerfrei mit erstattet werden. Wie sie ohne eigenen Zähler belegt werden, ist aber nicht geregelt. Ein Zähler ist hier klar im Vorteil.
c) Wallbox ohne eigene Messung, zum Beispiel ABL eMH3 ohne Zähler
Viele einfache Wallboxen (zum Beispiel eine ABL eMH3 in einer Variante ohne Zähler) messen selbst nichts. Dann hast du zwei Möglichkeiten:
- Hutschienen-Energiezähler mit Schnittstelle in der Zuleitung der Wallbox, zum Beispiel Shelly Pro 3EM (WLAN/LAN, HA-Integration vorhanden) oder ein Modbus-Zähler (zum Beispiel über einen Modbus-TCP-Gateway an HA).
- Nur Fahrzeugdaten aus Variante b), mit den beschriebenen Einschränkungen.
Sicherheit: Der Einbau eines Zählers in die Unterverteilung ist Arbeit an der Elektroinstallation und gehört in die Hände einer Elektrofachkraft.
Einrichtung in Home Assistant
Unten findest du zwei Wege: Weg A mit einem Zähler (empfohlen) und Weg B nur mit Fahrzeugdaten. Alle YAML-Beispiele gehören in deine configuration.yaml (oder in eingebundene Dateien). Viele Schritte gehen alternativ per Oberfläche unter Einstellungen → Geräte & Dienste → Helfer.
Prüf vorher unter Entwicklerwerkzeuge → Zustände die echten Entitäts-IDs und Einheiten deiner Sensoren, insbesondere ob sensor.<auto>_ladegerat_leistung in kW oder W geliefert wird. Die Beispiele gehen von kW aus.
Weg A: Zähler vorhanden (zum Beispiel Shelly Pro 3EM)
Dein Zähler liefert in HA in der Regel bereits einen Energiesensor in kWh mit state_class: total_increasing, zum Beispiel sensor.wallbox_zaehler_energie (der Name hängt vom Gerät ab). Dann kannst du direkt mit dem Utility Meter weitermachen.
Nur Ladungen des Dienstwagens zählen: Lädt an derselben Wallbox auch ein Privatfahrzeug, musst du die Ladevorgänge dem Dienstwagen zuordnen können. Eine einfache Lösung ist ein Template-Sensor, der die Zählerleistung nur dann übernimmt, wenn der Tesla zu Hause ist und lädt (analog zu Weg B, nur mit der Leistung des Zählers als Quelle).
Weg B: Nur Fahrzeugdaten (Riemann-Integral)
1. Template-Sensor: Ladeleistung nur zu Hause
template:
- sensor:
- name: "Tesla Ladeleistung zuhause"
unique_id: tesla_ladeleistung_zuhause
unit_of_measurement: "kW"
device_class: power
state_class: measurement
state: >
{% if is_state('device_tracker.<auto>_standort', 'home')
and has_value('sensor.<auto>_ladegerat_leistung') %}
{{ states('sensor.<auto>_ladegerat_leistung') | float(0) }}
{% else %}
0
{% endif %}
2. Integral-Sensor (Riemann-Summe): kW → kWh
Per Oberfläche: Helfer → Helfer erstellen → Integral-Sensor, Quelle sensor.tesla_ladeleistung_zuhause, Methode „Links“, Zeiteinheit „Stunden“, ohne metrisches Präfix (die Quelle ist bereits in kW, das ergibt kWh). Oder per YAML:
sensor:
- platform: integration
source: sensor.tesla_ladeleistung_zuhause
name: "Tesla Ladeenergie zuhause"
unique_id: tesla_ladeenergie_zuhause
method: left
round: 3
max_sub_interval:
minutes: 5
method: lefteignet sich für sprunghafte Werte wie eine Ladeleistung, die lange konstant bleibt.max_sub_intervalsorgt dafür, dass auch bei längere Zeit unveränderter Leistung regelmäßig weitergerechnet wird.- Ist die Quelle in W, ergänze
unit_prefix: k, damit kWh herauskommen.
Die Fahrzeugdaten kommen per Streaming/Polling. Bei Lücken (Auto schläft, Verbindung weg) wird das Integral ungenauer. Zur Kontrolle kannst du die Summe mit sensor.<auto>_ladeenergie_hinzugefugt am Ende einer Ladesitzung vergleichen.
Utility Meter: Monatszähler
Per Oberfläche: Helfer → Verbrauchszähler (Utility Meter), Zyklus monatlich. Oder per YAML:
utility_meter:
tesla_ladung_zuhause_monat:
name: "Tesla Ladung zuhause Monat"
source: sensor.tesla_ladeenergie_zuhause # Weg A: dein Zähler-Energiesensor
cycle: monthly
Der Utility Meter speichert den Wert des abgelaufenen Monats im Attribut last_period. Das nutzen wir unten für den Monatsbericht.
Energie-Dashboard
Einstellungen → Dashboards → Energie (bzw. Einstellungen → Energie): Füge unter Einzelne Geräte den Sensor sensor.tesla_ladeenergie_zuhause (oder deinen Zähler-Energiesensor) hinzu. So siehst du den Ladeanteil am Hausverbrauch pro Tag, Woche und Monat.
Strompreis-Helfer
input_number:
strompreis_ladestrom:
name: "Strompreis Ladestrom"
min: 0
max: 100
step: 0.01
unit_of_measurement: "ct/kWh"
mode: box
icon: mdi:currency-eur
Welchen Preis du hier einträgst, hängt von der gewählten Methode ab (siehe Steuer-Abschnitt): entweder deinen individuellen Preis inklusive anteiligem Grundpreis oder die Strompreispauschale (2026: 34 ct/kWh, 2027: 32 ct/kWh).
Template-Sensor: Kosten des laufenden Monats
template:
- sensor:
- name: "Tesla Ladekosten zuhause Monat"
unique_id: tesla_ladekosten_zuhause_monat
unit_of_measurement: "EUR"
device_class: monetary
state: >
{{ (states('sensor.tesla_ladung_zuhause_monat') | float(0)
* states('input_number.strompreis_ladestrom') | float(0) / 100) | round(2) }}
availability: >
{{ has_value('sensor.tesla_ladung_zuhause_monat')
and has_value('input_number.strompreis_ladestrom') }}
Hast du schon einen template:– oder sensor:-Block in deiner Konfiguration, ergänze die Einträge dort, statt einen zweiten Block gleichen Namens anzulegen. Nach Änderungen: Entwicklerwerkzeuge → YAML → Konfiguration prüfen, dann neu laden bzw. neu starten.
Monatliche Auswertung und Export
Export aus dem Verlauf
- Verlauf (Seitenleiste) → Entität
sensor.tesla_ladung_zuhause_monatbzw. den Energiesensor auswählen → Zeitraum wählen → ⋮ → Daten herunterladen (CSV). - Für Langzeitwerte nutzt du die Langzeitstatistiken (zum Beispiel die Statistik-Karte im Dashboard mit Zeitraum „Monat“).
Automation: Monatsbericht am 1. des Monats
Die Automation schreibt am 1. jedes Monats um 00:05 Uhr den Vormonatswert als Benachrichtigung. Optional schreibt sie den Wert zusätzlich in eine Datei. Dafür richtest du vorher die File-Integration ein (Einstellungen → Geräte & Dienste → Integration hinzufügen → File → Benachrichtigungsdienst). Sie erzeugt eine Entität wie notify.ladebericht (der Name hängt von deiner Eingabe ab). Damit HA in die Datei schreiben darf, muss der Pfad unter allowlist_external_dirs erlaubt sein (siehe File-Integration).
automation:
- alias: "Tesla Monatsbericht Ladestrom"
triggers:
- trigger: time
at: "00:05:00"
conditions:
- condition: template
value_template: "{{ now().day == 1 }}"
actions:
- variables:
kwh: "{{ state_attr('sensor.tesla_ladung_zuhause_monat', 'last_period') | float(0) | round(2) }}"
preis: "{{ states('input_number.strompreis_ladestrom') | float(0) }}"
betrag: "{{ (kwh | float(0) * preis | float(0) / 100) | round(2) }}"
monat: "{{ (now().replace(day=1) - timedelta(days=1)).strftime('%m/%Y') }}"
- action: persistent_notification.create
data:
title: "Ladestrom-Abrechnung {{ monat }}"
message: >
Heimladung Dienstwagen {{ monat }}: {{ kwh }} kWh ×
{{ preis }} ct/kWh = {{ betrag }} EUR
# Optional: zusätzlich in eine Datei schreiben (File-Integration nötig)
- action: notify.send_message
target:
entity_id: notify.ladebericht
data:
message: "{{ monat }};{{ kwh }};{{ preis }};{{ betrag }}"
Achtung: Wenn sich der Preis-Helfer im Lauf des Monats ändert, rechnet die Automation den gesamten Monat mit dem Preis vom Monatsende. Bei Tarifwechseln mitten im Monat solltest du anteilig rechnen.
Statt der Benachrichtigung kannst du natürlich auch eine Push-Nachricht an die HA-Companion-App (notify.mobile_app_...) oder eine E-Mail schicken.
Beispieltabelle für den Arbeitgeber
| Monat | Zählerstand Beginn (kWh) | Zählerstand Ende (kWh) | Geladene Menge (kWh) | Preis (ct/kWh) | Betrag (EUR) | Datum Ablesung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 01/2026 | 1.234,5 | 1.452,8 | 218,3 | 34 | 74,22 | 01.02.2026 |
| 02/2026 | 1.452,8 | 1.640,1 | 187,3 | 34 | 63,68 | 01.03.2026 |
(Beispielwerte, keine echten Daten.)
Wichtig zum Nachweis: Laut Bayerischem Landesamt für Steuern müssen sich die Mengen unmittelbar und unveränderlich aus den Ladedaten ergeben (zum Beispiel Screenshot, Foto, App-Auswertung, Wallbox-Protokoll, fahrzeuginterne Auswertung). Eigenbelege und änderbare Excel-Aufstellungen sind nicht zulässig. Eine HA-CSV oder eine selbst gefüllte Tabelle allein ist daher wahrscheinlich kein ausreichender Nachweis. Ob ein HA-Export akzeptiert wird, ist nicht ausdrücklich geregelt. Füg deshalb jeden Monat zum Beispiel ein Foto des Zählerstands bzw. einen Screenshot oder Export des Wallbox- oder Fahrzeug-Ladeprotokolls bei. Die HA-Auswertung dient dann als komfortable Rechenhilfe und Plausibilitätskontrolle.
Deutschland: Steuer und Abrechnung (Stand 01.11.2026)
Rechtsgrundlage: Auslagenersatz nach § 3 Nr. 50 EStG
Erstattet dir der Arbeitgeber den Strom, den du selbst bezahlt hast, um seinen Dienstwagen zu laden, ist das ein steuerfreier Auslagenersatz nach § 3 Nr. 50 EStG („Beträge, durch die Auslagen des Arbeitnehmers für den Arbeitgeber ersetzt werden“). Das stellt das BMF-Schreiben in Rn. 26 ausdrücklich für betriebliche E- und Hybridfahrzeuge klar, die dir auch privat überlassen werden.
Was gilt seit 2026? (BMF-Schreiben vom 11.11.2025)
Maßgeblich ist das BMF-Schreiben vom 11.11.2025 „Steuerliche Behandlung der vom Arbeitnehmer selbst getragenen Stromkosten“ (BStBl I 2025 S. 1929). Es ersetzt das BMF-Schreiben vom 29.09.2020.
- Monatspauschalen abgeschafft: Die früheren monatlichen Pauschalen (Rn. 23/24 des Schreibens von 2020) gelten letztmalig für Lohnzahlungszeiträume, die vor dem 01.01.2026 enden. Ab 2026 gibt es sie nicht mehr.
- Strommenge nachweisen (Rn. 27): Die zu Hause geladene Menge ist mit einem gesonderten stationären oder mobilen Stromzähler nachzuweisen. Das BMF nennt ausdrücklich wallbox- oder fahrzeuginterne Zähler.
- Preis, Variante 1: tatsächliche Kosten (Rn. 28/29): dein individueller Strompreis laut Vertrag plus anteiliger Grundpreis. Ein Eigenbeleg über den Preis ist nicht zulässig, du brauchst also den Vertrag bzw. die Rechnung. Bei dynamischem Tarif sind die durchschnittlichen monatlichen Kosten je kWh inklusive anteiligem Grundpreis zulässig. Bei PV-Anlage darf der Vertragstarif des Stromanbieters angesetzt werden.
- Preis, Variante 2: Strompreispauschale (Rn. 30): Für 2026 bis 2030 darf vereinfachend der vom Statistischen Bundesamt veröffentlichte Durchschnittsstrompreis für private Haushalte (Statistik-Code 61243-0001, inkl. Steuern, Abgaben und Umlagen, Verbrauchsklasse 5.000 bis unter 15.000 kWh) aus dem 1. Halbjahr des Vorjahres, auf volle Cent abgerundet, angesetzt werden. Das ist auch bei dynamischem Tarif und PV möglich.
- 2026: 34,36 ct → 34 ct/kWh (Wert für das 1. Halbjahr 2025, Beispiel im BMF-Schreiben)
- 2027: 32,14 ct → 32 ct/kWh (Wert für das 1. Halbjahr 2026 laut Destatis-Tabelle 61243-0001; die Rundung habe ich selbst nach Rn. 30 vorgenommen, eine offizielle BMF-Bekanntgabe dieses Werts habe ich nicht gefunden)
- Die Wahl zwischen Variante 1 und 2 gilt einheitlich für das ganze Kalenderjahr. Mit der Pauschale sind sämtliche Stromkosten der häuslichen Ladevorrichtung abgegolten.
- Öffentliches Laden (Rn. 31): Belegte Kosten für Strom von Dritten (zum Beispiel an öffentlichen Ladesäulen) dürfen zusätzlich steuerfrei erstattet werden.
Was zählt als Nachweis?
Das Bayerische Landesamt für Steuern (FAQ vom 18.06.2026 zum BMF-Schreiben) konkretisiert:
- Ein MID- bzw. eichrechtskonformer Zähler ist nicht erforderlich, aber zulässig.
- Der Nachweis muss sich unmittelbar und unveränderlich aus den Ladedaten ergeben: Screenshot, Foto, App-basiert, Wallbox-Protokolle, fahrzeuginterne Auswertungen. Eigenbelege und änderbare Excel-Aufstellungen sind nicht zulässig.
- Laden Dienst- und Privatwagen an derselben Wallbox, reicht eine (zum Beispiel App-basierte) Zuordnung je Ladevorgang.
- Eine monatliche Abrechnung ist steuerlich nicht vorgeschrieben. Wann abgerechnet wird, ist eine arbeitsrechtliche Frage. Der Arbeitgeber muss den Auslagenersatz bei der Auszahlung im Lohnkonto erfassen.
- Ladeverluste sind grundsätzlich als Auslagenersatz steuerfrei erstattungsfähig.
Die FAQ stammt von einer Landesfinanzbehörde (Bayern) und ist ausdrücklich eine Orientierungshilfe. Die Entscheidung im Einzelfall liegt beim zuständigen Finanzamt.
Praktische Konsequenz für dein Setup
- Fahrzeugdaten (Teslemetry) sind grundsätzlich als „fahrzeuginterner Zähler“ denkbar. Sie erfassen aber die Ladeverluste nicht, und ein HA-Export ist änderbar. Sicherer ist ein Zähler bzw. eine Wallbox mit Protokoll plus monatliches Foto oder Screenshot.
- Strompreis: Ohne Lust auf Vertragsunterlagen ist die Strompreispauschale am einfachsten. Ist dein Tarif teurer, kann sich der individuelle Preis lohnen. Dann aber für das ganze Jahr.
- Nur relevant für Unternehmer (eigenes Betriebsfahrzeug, kein Arbeitnehmer): Für die Ertragsteuer gibt es mit dem BMF-Schreiben vom 21.07.2026 eine entsprechende Regelung.
Vorlage: Monatliche Abrechnung an den Arbeitgeber
Abrechnung Ladestrom Dienstwagen – häusliche Ladevorrichtung
Auslagenersatz nach § 3 Nr. 50 EStG i. V. m. BMF-Schreiben vom 11.11.2025
Mitarbeiter/in: [Name, Personalnummer]
Fahrzeug: [Tesla Modell], amtl. Kennzeichen [XX-XX 1234]
Abrechnungszeitraum: [01.MM.JJJJ – TT.MM.JJJJ]
Ladeort: häusliche Ladevorrichtung, [Wallbox/Zähler, Seriennummer]
Messung der Strommenge (Rn. 27):
Zählerstand Beginn: [____,_ kWh] am [Datum]
Zählerstand Ende: [____,_ kWh] am [Datum]
Geladene Menge: [___,_ kWh]
(bzw. Summe laut Ladeprotokoll Wallbox/Fahrzeug)
Strompreis (für das Kalenderjahr einheitlich gewählt):
[ ] Strompreispauschale [JJJJ]: [__] ct/kWh (Destatis 61243-0001, 1. Hj. Vorjahr, abgerundet)
[ ] Individueller Strompreis: [__,__] ct/kWh inkl. anteiligem Grundpreis
(Nachweis: Stromvertrag/-rechnung vom [Datum], liegt bei)
Erstattungsbetrag: [___,_ kWh] × [__] ct/kWh = [___,__] EUR
Anlagen:
- Foto Zählerstand Beginn/Ende bzw. Screenshot/Export des Ladeprotokolls
- ggf. Stromvertrag/-rechnung (nur bei individuellem Preis)
- ggf. Belege öffentliches Laden (separat, Rn. 31)
Ich bestätige, dass die angegebene Strommenge ausschließlich auf das Laden
des oben genannten Dienstwagens entfällt und ich die Stromkosten selbst getragen habe.
[Ort, Datum] [Unterschrift]
Kurze Begleit-E-Mail (Beispiel):
Betreff: Ladestrom-Abrechnung Dienstwagen [MM/JJJJ]
Hallo [Name],
anbei meine Abrechnung des zu Hause geladenen Stroms für den Dienstwagen für [MM/JJJJ]: [___] kWh × [__] ct/kWh = [___,__] EUR. Die Nachweise (Zählerfoto/Ladeprotokoll) hängen an. Ich bitte um Erstattung als steuerfreien Auslagenersatz nach § 3 Nr. 50 EStG mit der nächsten Gehaltsabrechnung.
Viele Grüße
[Name]
Häufige Fragen
Kann ich 2026 noch die alte Monatspauschale (zum Beispiel 30 € bzw. 70 €) nutzen?
Nein. Laut BMF-Schreiben vom 11.11.2025 gelten die Pauschalen nur noch für Lohnzahlungszeiträume, die vor dem 01.01.2026 enden.
Brauche ich einen geeichten (MID-)Zähler?
Laut Bayerischem Landesamt für Steuern nein. Ein gesonderter Zähler (auch wallbox- oder fahrzeugintern) reicht. MID ist aber für die Nachvollziehbarkeit und bei Streitfragen von Vorteil.
Reichen die Daten aus Home Assistant als Nachweis?
Wahrscheinlich nicht allein, weil eine Tabelle oder CSV änderbar ist. Nutz HA als Rechenhilfe und leg unveränderliche Nachweise bei (Zählerfoto, Screenshot oder Export aus Wallbox-App bzw. Fahrzeugprotokoll). Im Zweifel mit dem Arbeitgeber abstimmen.
Warum zeigt mein Zähler mehr kWh als das Auto?
Ladeverluste: Das Auto misst, was im Akku ankommt, der Zähler, was aus dem Netz kommt. Die Differenz liegt erfahrungsgemäß grob bei 10–15 %.
Ich habe eine PV-Anlage. Darf ich trotzdem den vollen Preis ansetzen?
Laut BMF (Rn. 29 und 30) darfst du entweder deinen Vertragstarif (inkl. anteiligem Grundpreis) oder die Strompreispauschale ansetzen, auch wenn ein Teil des Stroms von der eigenen PV-Anlage stammt.
Welcher Pauschalpreis gilt 2027?
Nach der Rechenregel des BMF voraussichtlich 32 ct/kWh (Destatis-Wert für das 1. Halbjahr 2026: 32,14 ct, abgerundet). Prüf das vor der ersten Abrechnung 2027 noch einmal mit deiner Lohnbuchhaltung.
Muss ich monatlich abrechnen?
Steuerlich nicht. Das Intervall vereinbarst du mit dem Arbeitgeber. Monatlich ist in der Praxis aber am übersichtlichsten.
Ich habe die Tesla-Integration noch nicht eingerichtet. Wo fange ich an?
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Quellen (Stand 01.11.2026)
- § 3 Nr. 50 EStG, Gesetze im Internet
- BMF-Schreiben vom 11.11.2025, Steuerliche Behandlung der vom Arbeitnehmer selbst getragenen Stromkosten
- Bayerisches Landesamt für Steuern: Zweifelsfragen zum BMF-Schreiben vom 11.11.2025
- BMF-Schreiben vom 21.07.2026, Nutzung betrieblicher Kfz (Unternehmer)
- Destatis GENESIS-Tabelle 61243-0001, Strompreise für Haushalte
- Home Assistant: Integral-Sensor, Utility Meter, File
Keine Steuer- oder Rechtsberatung. Angaben ohne Gewähr, Stand 01.11.2026.
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