Zum Inhalt springen
/ Home / Knowledge / umbrelOS 2.0: Alle Neuerungen des großen Home-Server-Updates

umbrelOS 2.0: Alle Neuerungen des großen Home-Server-Updates

Andreas Olbricht
SmartHome-Experte
OIT GmbH
Profil ansehen
OIT Leistung

Am 22. September 2026 hat Umbrel die Version 2.0 seines Betriebssystems für Home-Server veröffentlicht. Der Hersteller nennt es das bisher größte Update für umbrelOS, und nach dem ersten Durchlauf auf unserem eigenen Gerät lässt sich das bestätigen: Neben einer überarbeiteten Oberfläche kommen ein MCP-Server für KI-Agenten, ein Storage Manager mit RAID-Schutz, Mehrbenutzer-Konten, virtuelle Maschinen sowie eigene Apps für Mac und iPhone dazu.

Wir betreiben selbst ein Umbrel, auf dem unter anderem Home Assistant läuft. Die Bilder in diesem Beitrag stammen aus unserem Update heute Morgen. Hier findest du, was neu ist, worauf du beim Update achten solltest und für wen sich umbrelOS 2.0 lohnt.

Die Keynote zu umbrelOS 2.0

Umbrel stellt die Neuerungen in einer knapp elfminütigen Keynote vor, die direkt nach dem Update auch in der Oberfläche verlinkt ist:

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Die Neuerungen im Überblick

01
KI-Agenten per MCP
Ein eingebauter MCP-Server lässt KI-Assistenten Apps installieren, Einstellungen ändern und Probleme beheben. Jeder Agent bekommt einen eigenen Token mit festen Rechten.
02
Machines
Windows, Linux und Android laufen als virtuelle Maschine direkt auf dem Umbrel, bedient im Browser.
03
Mehrere Benutzer
Eigene Konten mit eigenem Startbildschirm und privatem Home-Ordner. Apps und Ordner werden gezielt geteilt.
04
Storage Manager und FailSafe
Platten zu einem Speicher zusammenfassen oder per RAID spiegeln. Auf NAS-Geräten zusätzlich SSD-Beschleunigung.
05
Umbrel für Mac
Menüleisten-App, die die freigegebenen Ordner als Laufwerk in den Finder hängt, unterwegs über Tailscale.
06
Umbrel für iPhone
Die neue iOS-App sichert die Fotomediathek automatisch auf dem eigenen Server. Derzeit als Testversion über TestFlight.
07
Fotos-App
Alle Bilder und Videos in einer Zeitleiste mit Alben, Favoriten und Suche.
08
GPU-Unterstützung
Grafikkarten von NVIDIA, AMD und Intel, auch externe GPUs per Thunderbolt, für Apps wie Ollama und Jellyfin.
09
Und noch mehr
Cloud-Downloads, eigene Ordnerrechte je App, HTTPS über umbrel.local sowie Raspberry Pi 4 und 5 mit USB-Laufwerken.

Machines: Windows, Linux und Android direkt auf dem Umbrel

Mit Machines wird das Umbrel zum kleinen Virtualisierungs-Host. Du wählst ein Betriebssystem, legst Prozessorkerne, Arbeitsspeicher und Speicherplatz fest, und umbrelOS lädt und richtet das System weitgehend selbst ein. Bedient wird die virtuelle Maschine über eine Desktop-Konsole im Browser, auf Wunsch im Vollbild und mit Ton.

WINDOWS
Windows 11 und Server 2025
Dazu Windows 7 sowie Klassiker wie XP und 98. Für ältere Versionen brauchst du einen eigenen Produktschlüssel.
LINUX
Ubuntu, Fedora, Debian, Alpine
Jeweils als Desktop- oder Server-Variante, außerdem Omarchy. Ideal für Testumgebungen und kleine Dienste.
ANDROID
Android 13 mit Google-Apps
Praktisch, um Apps zu testen oder eine Android-App dauerhaft auf dem Server laufen zu lassen.
EIGENES SYSTEM
ISO oder Disk-Image
Jedes weitere System lässt sich über ein eigenes Installationsmedium einspielen. Auf dem Raspberry Pi gibt es die ARM-Varianten.

Vor dem ersten Start lohnt ein Blick auf die Rahmenbedingungen:

Thema Was du wissen solltest
Leistung Schnell läuft es nur mit Hardware-Virtualisierung (Intel VT-x oder AMD-V). Umbrel Home und Umbrel Pro bringen sie mit, ohne sie emuliert das System per Software und ist deutlich langsamer.
Ressourcen Laufende Maschinen belegen Prozessor und Arbeitsspeicher. umbrelOS schlägt Werte vor, die genug Reserve für das System selbst lassen. Nicht benötigte Maschinen besser herunterfahren.
Netzwerk Maschinen laufen in einem privaten Netz im Umbrel. Sie erreichen das Internet, andere Geräte im Heimnetz erreichen sie aber nur über eine Portweiterleitung im Bereich 40000 bis 49999.
Speicherort Die virtuellen Festplatten liegen im internen Speicher, lassen sich aber auch auf USB-Laufwerke oder Netzwerkspeicher legen.
Backup Umbrel-Backups enthalten Maschinen im internen Speicher, nicht aber Maschinen auf USB- oder Netzwerklaufwerken.
Zugriff Machines stehen nur dem Besitzer-Konto zur Verfügung, nicht den Mitgliedern.

Mehrere Benutzer: ein Umbrel für die ganze Familie

Bisher war ein Umbrel ein Ein-Personen-Gerät. Mit umbrelOS 2.0 gibt es zwei Kontoarten: den Besitzer, der das Gerät eingerichtet hat, und weitere Mitglieder, die er einlädt. Jedes Mitglied bekommt einen eigenen Startbildschirm mit eigenem Hintergrund und eigenen Widgets, einen privaten Home-Ordner, eine eigene Fotomediathek samt iPhone-Backup und eigene Zugangsdaten mit Zwei-Faktor-Anmeldung. Private Ordner der Mitglieder kann nicht einmal der Besitzer einsehen.

Funktion Besitzer Mitglied
Eigener Startbildschirm und privater Home-Ordner Ja Ja
Eigene Fotomediathek und iPhone-Backup Ja Ja
Geteilte Apps und Ordner nutzen Ja Ja
Apps installieren, aktualisieren, einstellen Ja Nein
System-Updates, Neustart, Netzwerk und WLAN Ja Nein
Machines, Terminal, SSH und KI-Agenten Ja Nein
Weitere Benutzer anlegen Ja Nein

Geteilt wird gezielt: Der Besitzer gibt einzelne Apps per Rechtsklick oder unter Einstellungen > Benutzer frei. Sie erscheinen dann automatisch auf dem Startbildschirm des Mitglieds, alle arbeiten aber in derselben App mit denselben Daten. Ordner aus dem eigenen Home-Ordner lassen sich ebenso teilen, Mitglieder bekommen darauf vollen Lese- und Schreibzugriff. Neue Konten legst du unter Einstellungen > Benutzer an, umbrelOS erzeugt dafür eine fertige Nachricht mit Adresse und Zugangsdaten.

Weitere Highlights in umbrelOS 2.0

Fotos-App
Bilder und Videos erscheinen sortiert nach Jahren, Monaten und Tagen, mit Alben, Favoriten, Live Photos, Panoramen und Screenshots.
GPU-Beschleunigung
Grafikkarten von NVIDIA, AMD und Intel, auch per Thunderbolt angeschlossen, werden erkannt und an Apps wie Ollama und Jellyfin durchgereicht.
Cloud-Downloads
Dateien aus Dropbox, OneDrive, iCloud Drive, Nextcloud, ownCloud oder jedem WebDAV-Server holen und laufend auf das Umbrel sichern.
Eigene App-Ordner
Apps auf Ordner auf externen oder Netzwerklaufwerken zeigen lassen, genau festlegen, worauf sie zugreifen, und ganze Apps auf externe Laufwerke verschieben.
HTTPS automatisch
Das Umbrel ist jetzt ohne Zusatzaufwand verschlüsselt über HTTPS erreichbar, auch unter umbrel.local.
Neue Oberfläche und Suche
Überarbeitete Einstellungen und eine neu gestaltete Schnellsuche, die du mit Cmd-K bzw. Strg-K aufrufst.

KI-Agenten verwalten den Home-Server

Die spannendste Neuerung ist der eingebaute MCP-Server. Das Model Context Protocol ist der offene Standard, über den KI-Assistenten auf Werkzeuge und Systeme zugreifen. Was ein MCP-Server genau ist und wie er arbeitet, erklären wir ausführlich in unserem Beitrag Was ist ein MCP-Server?.

Für umbrelOS heißt das: Statt dich durch Menüs zu klicken, sagst du deinem KI-Assistenten, dass er zum Beispiel die Filme von einer externen Festplatte in Jellyfin einbinden soll. Der Agent prüft den Speicher, verbindet den Ordner und meldet das Ergebnis. Wichtig ist das Rechtemodell: Jeder Agent bekommt einen eigenen Token, und du legst fest, was er darf. Gib einem Agenten anfangs nur Lesezugriff und erweitere die Rechte erst, wenn du weißt, wie er arbeitet.

Im Unternehmen stellt sich bei MCP schnell eine zweite Frage: Wo laufen die Verbindungen? Meist hängen sie am Rechner eines einzelnen Mitarbeiters und stehen nur bereit, solange dieser Rechner läuft. Wiederkehrende Aufgaben wie ein nächtlicher Abgleich oder ein wöchentlicher Bericht lassen sich so nicht abbilden. Im OIT KI Gateway laufen MCP-Server zentral und unabhängig vom Arbeitsplatzrechner: einmal angebunden, für das ganze Team nutzbar und zeitgesteuert auch unbeaufsichtigt.

Storage Manager und FailSafe

Bisher war umbrelOS vor allem auf ein einzelnes Laufwerk ausgelegt. Mit dem Storage Manager entscheidest du jetzt, ob mehrere Platten einen großen Speicher bilden (Full Storage, ohne Schutz bei einem Plattenausfall) oder ob FailSafe die Daten spiegelt. Bei FailSafe steht nur die Hälfte der Gesamtkapazität zur Verfügung, dafür überlebt der Speicher den Ausfall einer Platte.

Ein wichtiger Hinweis aus dem Update-Assistenten: Geräte mit mehreren internen Laufwerksschächten, die von einer älteren umbrelOS-Version aktualisiert wurden, brauchen eine Neuinstallation von umbrelOS 2.0, um die zusätzlichen internen Laufwerke zu nutzen. Erste Erfahrungsberichte aus der Community zeigen außerdem, dass der Storage Manager derzeit vor allem auf Umbrels eigene Hardware wie das Umbrel Pro zugeschnitten ist. Wer ein selbst gebautes Gerät mit mehreren Platten nutzt, sollte das vor dem Update prüfen.

FailSafe ersetzt kein Backup. Ein RAID schützt vor einem Plattendefekt, nicht vor versehentlich gelöschten Dateien, Schadsoftware oder einem Wasserschaden. Eine zweite Kopie wichtiger Daten außerhalb des Geräts bleibt Pflicht.

Umbrel im Finder und unterwegs über Tailscale

Die neue App Umbrel für Mac sitzt in der Menüleiste, findet das Umbrel automatisch im lokalen Netz und hängt die freigegebenen Ordner als Laufwerk in den Finder. Zu Hause ziehst du Dateien einfach hinüber, im Hintergrund arbeitet dabei SMB. Damit das klappt, muss der Besitzer des Umbrels in den Einstellungen die Dateifreigabe (SMB) aktivieren. Die App setzt macOS 14 Sonoma oder neuer voraus und läuft auf Apple-Silicon- und Intel-Macs.

Unterwegs hält die App die Verbindung über Tailscale, sofern Mac und Umbrel beide im selben Tailscale-Netz sind. Die Statusanzeige wechselt dann auf „Connected · Tailscale“. Du erreichst deine Dateien so von überall, ohne einen Port im Router zu öffnen. Die App lädst du über den offiziellen Link link.umbrel.com/macos-app.

So läuft das Update auf umbrelOS 2.0

  1. Sicherung anlegen: Exportiere wichtige Daten und App-Konfigurationen, bevor du startest. Ein Zurück auf die alte Version ist nur über einen Werksreset möglich.
  2. Zwischenstufe beachten: Wer noch umbrelOS 1.5 oder älter nutzt, aktualisiert zuerst auf 1.7.4 und danach auf 2.0.
  3. Update starten und warten: Während der Aktualisierung die Seite nicht neu laden und das Gerät nicht ausschalten. Apps, Dateien und Einstellungen werden automatisch übernommen.
  4. Einführung durchgehen: Nach dem Neustart führt umbrelOS durch die Neuerungen und bietet die Keynote sowie die Mac-App an.
  5. Freigaben und Rechte prüfen: SMB-Freigabe, Benutzerkonten und die Rechte eines möglichen MCP-Agenten bewusst einstellen, statt alles offen zu lassen.

Für wen lohnt sich umbrelOS 2.0?

Für private Anwender mit Smart Home, Fotosammlung und Mediathek ist 2.0 ein großer Schritt: Fotos-Backup vom iPhone, Finder-Laufwerk am Mac und Mehrbenutzer-Konten machen das Umbrel familientauglich. Für kleine Büros ist vor allem die Kombination aus Mehrbenutzer-Konten, FailSafe und Tailscale-Zugriff interessant. Klassische NAS-Funktionen wie NFS, iSCSI oder fein planbare Snapshots bietet umbrelOS allerdings weiterhin nicht. Wer darauf angewiesen ist, bleibt bei einem klassischen NAS besser aufgehoben.

Smart Connect: Wir richten dein Umbrel ein

Smart Connect Logo
Smart Home und Smart Office aus einer Hand
Mit Smart Connect planen und betreuen wir Home-Server, Home Assistant und die Vernetzung deiner Geräte. Wir übernehmen das Update auf umbrelOS 2.0, richten Storage Manager, Tailscale und Benutzerkonten ein und binden KI-Agenten mit sauberen Rechten an.

Zu Smart Connect →

Du möchtest lieber direkt sprechen? Buch dir ein kostenloses Erstgespräch oder schreib uns über die Kontaktseite.

Häufige Fragen zu umbrelOS 2.0

Wann ist umbrelOS 2.0 erschienen?

Umbrel hat umbrelOS 2.0 am 22. September 2026 veröffentlicht. Vorher lief eine öffentliche Beta.

Muss ich für umbrelOS 2.0 neu installieren?

In der Regel nicht. Apps, Dateien und Einstellungen werden beim Update übernommen. Wer umbrelOS 1.5 oder älter nutzt, aktualisiert zuerst auf 1.7.4. Geräte mit mehreren internen Laufwerksschächten brauchen eine Neuinstallation, um die zusätzlichen Laufwerke zu nutzen.

Was kann der MCP-Server in umbrelOS 2.0?

Über den MCP-Server verbindest du KI-Agenten mit deinem Umbrel. Sie können Apps installieren, Einstellungen ändern, Dateien organisieren und Probleme beheben. Jeder Agent erhält einen eigenen Token mit genau den Rechten, die du freigibst.

Welche Voraussetzungen hat Umbrel für Mac?

Die App braucht macOS 14 Sonoma oder neuer und läuft auf Apple-Silicon- und Intel-Macs. Auf dem Umbrel muss die Dateifreigabe per SMB aktiviert sein. Für den Zugriff von unterwegs nutzen Mac und Umbrel Tailscale.

Ersetzt FailSafe ein Backup?

Nein. FailSafe spiegelt die Daten und schützt vor dem Ausfall einer Platte, nicht vor gelöschten Dateien, Schadsoftware oder einem Schaden am Gerät. Eine zweite Kopie außerhalb des Umbrels bleibt nötig.

Kann ich nach dem Update zur alten Version zurück?

Ein Downgrade von umbrelOS 2.0 auf eine ältere Version ist nur über einen Werksreset möglich. Lege deshalb vor dem Update eine Sicherung an.

Welche Systeme laufen mit Machines in umbrelOS 2.0?

Auf Intel- und AMD-Geräten unter anderem Windows 11, Windows Server 2025, Ubuntu, Fedora, Debian, Alpine und Android 13, dazu eigene Systeme per ISO. Für gute Leistung braucht das Gerät Hardware-Virtualisierung (Intel VT-x oder AMD-V).

Was dürfen Mitglieder auf einem Umbrel?

Mitglieder bekommen einen eigenen Startbildschirm, einen privaten Home-Ordner und eine eigene Fotomediathek und nutzen die Apps und Ordner, die der Besitzer teilt. Apps installieren, Updates einspielen, Machines und KI-Agenten bleiben dem Besitzer vorbehalten.

Quellen

Andreas Olbricht
Dein Ansprechpartner
OIT GmbH
Profil ansehen

Hast du eine Frage zu diesem Artikel?

Schreib uns – wir antworten in der Regel innerhalb eines Werktages.