Bei einem Website-Audit stößt man früher oder später auf denselben Klassiker: Hunderte Bilder ohne Alt-Text. Auf einer gewachsenen WordPress-Seite mit vielen Blogartikeln, Referenzen und Seiten-Buildern wie Divi sind das schnell 300 und mehr Bilder. Jedes einzelne von Hand nachzupflegen ist mühsam – und schon beim nächsten neuen Beitrag entsteht die nächste Lücke. Wir zeigen, wie wir dieses Problem für oit.digital grundsätzlich und dauerhaft gelöst haben.
Warum Alt-Texte für SEO wirklich zählen
Das alt-Attribut beschreibt den Inhalt eines Bildes in Worten. Es erfüllt gleich drei Aufgaben auf einmal:
- Barrierefreiheit: Screenreader lesen den Alt-Text vor. Für blinde und sehbehinderte Nutzerinnen und Nutzer ist er oft die einzige Möglichkeit, ein Bild zu erfassen. Mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) ist das für viele Unternehmen ab 2025 auch rechtlich relevant.
- Google-Bildersuche: Suchmaschinen können Bildinhalte nicht „sehen“, sondern verlassen sich maßgeblich auf den Alt-Text, um Bilder zu verstehen und in der Bildersuche zu ranken – ein oft unterschätzter Traffic-Kanal.
- Themen-Kontext: Aussagekräftige Alt-Texte geben Google zusätzliche Signale, worum es auf einer Seite geht, und stärken so die thematische Relevanz der gesamten URL.
Fehlende Alt-Attribute tauchen entsprechend in jedem SEO-Audit (z. B. Semrush) als Warnung auf – und bleiben dort, solange man sie nur punktuell abarbeitet.
Der übliche Weg – und warum er nicht skaliert
Der naheliegende Ansatz lautet: jedes Bild in der Mediathek mit einem Alt-Text versehen. Das ist richtig und wichtig, löst das Problem aber nur halb. Denn viele Page-Builder – darunter Divi – speichern den Alt-Text direkt im Modul der jeweiligen Seite. Ein nachträglich in der Mediathek gepflegter Alt-Text wird für diese bereits eingebauten Bilder gar nicht mehr ausgegeben. Man müsste also jedes Bild auf jeder Seite einzeln im Builder öffnen. Bei hunderten Bildern ist das weder wirtschaftlich noch zukunftssicher: Der nächste Import, das nächste „Ähnliche Artikel“-Widget, der nächste neue Beitrag reißt die Lücke sofort wieder auf.
Unsere Lösung: Alt-Texte automatisch zur Laufzeit befüllen
Statt tausende Stellen manuell zu pflegen, setzen wir an genau einer Stelle an: bei der Ausgabe der Seite. Ein schlanker Filter prüft jede ausgelieferte Seite und ergänzt bei jedem Bild, dem ein Alt-Text fehlt, automatisch einen sinnvollen Wert – nach einer klaren Rangfolge:
- Mediathek-Alt-Text: Ist für das Bild ein gepflegter Alt-Text hinterlegt, wird dieser verwendet.
- Bild-Titel: Andernfalls greift der beschreibende Titel des Bildes (technische Dateinamen wie
IMG_1234werden bewusst übersprungen). - Seitentitel als Fallback: Bleibt nichts übrig, nutzt der Filter den Titel der Seite – immer ein thematisch passender, echter Kontext statt eines leeren Attributs.
Konzeptionell sieht der Kern so aus:
add_action('template_redirect', function () {
if (is_admin() || is_feed()) return;
ob_start('alt_text_auto_fill');
});
function alt_text_auto_fill($html) {
// Jedes <img> ohne (oder mit leerem) alt-Attribut bekommt
// einen Alt-Text: Mediathek → Bild-Titel → Seitentitel.
// ...
return $html;
}
Der Filter arbeitet ausschließlich im Frontend (nicht im Backend, in Feeds oder Sitemaps) und ist gegen Fehlerfälle abgesichert, sodass die Seitenausgabe in jedem Fall stabil bleibt.
Der konkrete SEO-Vorteil
- Vollständige Abdeckung auf einen Schlag: Alle bestehenden Bilder – egal ob im Content, in Templates oder in Widgets – erhalten sofort einen Alt-Text. Die entsprechende Audit-Warnung geht gegen null.
- Zukunftssicher: Auch jedes neue Bild und jeder neue Beitrag ist automatisch abgedeckt. Es entsteht keine neue technische Schuld mehr.
- Bessere Bildersuche: Mit durchgehend befüllten Alt-Attributen werden Bilder für Google indexierbar – zusätzliche Sichtbarkeit ohne zusätzlichen Redaktionsaufwand.
- Stärkere thematische Signale: Der Seitentitel-Fallback sorgt dafür, dass selbst kryptisch benannte Bilder einen relevanten Bezug zum Seitenthema transportieren.
- Barrierefreiheit inklusive: Derselbe Hebel verbessert gleichzeitig die Zugänglichkeit – ein klarer Mehrwert für alle Nutzerinnen und Nutzer.
Wichtig bleibt: Der Automatismus ersetzt nicht die handgepflegte, perfekt formulierte Bildbeschreibung für die wichtigsten Seiten. Er ist das stabile Sicherheitsnetz, das garantiert, dass kein Bild mehr ganz ohne Alt-Text ausgeliefert wird – und genau das macht den Unterschied im Audit und in der Bildersuche.
Fazit
Manuelle Pflege dort, wo sie zählt – und ein automatischer Filter als Sicherheitsnetz für den Rest: So lässt sich ein scheinbar endloses SEO-Problem mit einem einzigen, wartungsarmen Eingriff dauerhaft lösen. Genau solche pragmatischen Lösungen entwickeln wir als IT- und Digitalagentur aus Osnabrück für die Websites unserer Kundinnen und Kunden.
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