Die XRechnung ist der deutsche Standard für elektronische Rechnungen. Anders als bei ZUGFeRD gibt es hier kein PDF: Eine XRechnung ist eine reine XML-Datei. Sie ist für Software gemacht, nicht für das Auge — zum Ansehen braucht man einen Viewer oder eine Visualisierung.
Fachlich ist die XRechnung eine sogenannte CIUS, eine national konkretisierte Ausprägung der europäischen Norm EN 16931. Sie wird von der Koordinierungsstelle für IT-Standards (KoSIT) gepflegt und regelmäßig aktualisiert.
Wo sie Pflicht ist
Im Geschäft mit öffentlichen Auftraggebern in Deutschland ist die XRechnung der übliche geforderte Standard. Dort gehört in der Regel auch die Leitweg-ID in die Rechnung — eine Kennung, über die der Rechnungsempfänger innerhalb der Verwaltung eindeutig adressiert wird. Ohne korrekte Leitweg-ID wird die Rechnung abgelehnt.
Im Geschäftsverkehr zwischen Unternehmen
Seit dem 01.01.2025 muss jedes inländische Unternehmen E-Rechnungen empfangen können. Ab dem 01.01.2027 müssen Unternehmen mit über 800.000 Euro Gesamtumsatz im Vorjahr E-Rechnungen ausstellen, ab dem 01.01.2028 alle. Sowohl XRechnung als auch ZUGFeRD erfüllen diese Anforderung — welches Format zum Einsatz kommt, vereinbaren Rechnungssteller und Empfänger untereinander.
Übertragung über Peppol
Für den Versand wird häufig das Peppol-Netzwerk genutzt, ein europäisches Austauschnetz mit eindeutigen Teilnehmerkennungen. Für die deutsche Leitweg-ID existiert dort ein eigener Kennungstyp.
Was oft unterschätzt wird
Der Aufwand liegt selten im Versenden, sondern im Empfangen: annehmen, technisch validieren, dem richtigen Vorgang zuordnen und revisionssicher archivieren. Nach der GoBD-Neufassung vom 14.07.2025 genügt dafür die Aufbewahrung des XML-Teils — ein Ordner mit PDFs erfüllt die Anforderung nicht mehr zuverlässig.
Mehr zu Fristen und Umsetzung: E-Rechnungspflicht 2027. Wie ein ERP XRechnung, ZUGFeRD und Peppol abbildet, steht auf unserer Leistungsseite Odoo: ERP und CRM.