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RDMA

RDMA steht für Remote Direct Memory Access. Ein Rechner greift damit direkt auf den Arbeitsspeicher eines anderen Rechners zu – ohne dass die Betriebssysteme und CPUs beider Seiten jedes einzelne Datenpaket anfassen müssen.

Bei einer normalen Netzwerkverbindung wandern Daten durch mehrere Schichten: Anwendung, Betriebssystem-Kernel, Netzwerkkarte und auf der Gegenseite alles wieder zurück. Jede Schicht kostet Zeit und CPU-Last. RDMA überspringt diesen Umweg, indem die Netzwerkkarte direkt in den Speicher der Gegenseite schreibt. Das Ergebnis: sehr niedrige Latenz und kaum CPU-Belastung.

Typische Einsatzgebiete:

  • KI-Inferenz und -Training über mehrere Geräte hinweg – hier ist RDMA inzwischen der Standard
  • Storage-Netzwerke (NVMe over Fabrics, SMB Direct bei Windows Server)
  • Datenbank- und Virtualisierungs-Cluster mit knappen Latenzanforderungen
  • Hochleistungsrechnen mit InfiniBand oder RoCE (RDMA over Converged Ethernet)

Lange war RDMA ein Thema für Rechenzentren mit InfiniBand-Verkabelung. Seit Apple das Verfahren über Thunderbolt 5 für den Mac Studio unterstützt, ist es auch am Schreibtisch angekommen: Mehrere Geräte bilden einen gemeinsamen Speicherpool, in den große Sprachmodelle passen. Apple nennt für einen Verbund aus vier Systemen eine bis zu dreifach schnellere KI-Inferenz gegenüber einem einzelnen Gerät.

Kurz gesagt: RDMA ist nicht einfach „schnelleres Netzwerk“. Der Gewinn liegt in der Latenz – also darin, wie kurz die Wartezeit pro Zugriff ist. Genau daran scheitern Rechnerverbünde sonst, selbst wenn die Bandbreite auf dem Papier ausreicht.

Passende Leistungen: Hardware & Netzwerk · KI: Künstliche Intelligenz

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