Grok kennen viele als Chatbot auf X oder als Sprachassistent im Tesla. Seit wenigen Wochen ist daraus deutlich mehr geworden: Mit Grok Bot bringt SpaceXAI (ehemals xAI) KI-Agenten, die auf einem eigenen Cloud-Rechner arbeiten, sich mit Outlook, Teams und OneDrive verbinden und Aufgaben selbstständig erledigen. Am 22. September 2026 hat Tesla die passenden Konnektoren ins Auto gebracht. Wir haben Grok im Unternehmen und im Tesla ausprobiert und zeigen dir, was heute schon geht, was es kostet und wo du genau hinschauen solltest.
Wie das in der Praxis aussieht, zeigen wir im Video: Grok Bot live im Tesla.
Was ist Grok Bot?
Grok Bot ist kein weiteres Chatfenster. Du legst einen oder mehrere Bots an, beschreibst ihre Rolle und gibst ihnen Zugriff auf die Dienste, die sie brauchen. Jeder Bot hat ein eigenes Gedächtnis und arbeitet auf einem eigenen, dauerhaft laufenden Cloud-Rechner mit Browser, Dateisystem und Kommandozeile. Laut SpaceXAI laufen Aufgaben dort weiter, auch wenn dein Laptop zugeklappt ist.
Mehrere Bots können sich untereinander abstimmen, in Gruppenchats Kontext teilen und von dir vorgeführte Abläufe als wiederverwendbare Fähigkeit lernen. Grok Bot ist seit August 2026 als Beta verfügbar, zuerst für macOS und iOS, inzwischen laut Dokumentation auch für Windows, Linux und Android.
Grok Bot auf dem Mac
Auf dem Mac läuft Grok Bot als eigene App, auf Apple-Silicon- und Intel-Geräten. Die Oberfläche ist schlicht und aufgeräumt: links deine Bots und Chats, rechts das Gespräch, unten der Zugang zum Marketplace. Mit einem Klick legst du einen neuen Bot an oder startest einen Gruppenchat, in dem mehrere Bots zusammenarbeiten. Du chattest, diktierst oder sprichst mit ihnen und gibst Aktionen frei. Da die eigentliche Arbeit in der Cloud passiert, kannst du eine Aufgabe am Mac starten und das Ergebnis später auf dem iPhone oder im Auto abholen.

Die kleine virtuelle Maschine im Hintergrund
Das Spannende steckt unter der Haube: Jeder Bot bekommt einen eigenen kleinen Rechner in der Cloud, im Grunde eine Mini-VM. Dort gibt es einen gemeinsamen Arbeitsbereich unter /workspace, einen Browser mit gespeicherten Anmeldungen und ein Terminal. Dateien, Browserzustand und Anmeldungen bleiben bei Updates erhalten. Über die Einstellungen lässt sich der Rechner aktualisieren oder auf den letzten Sicherungsstand zurücksetzen.
Diese VM kannst du dir sogar live ansehen. Auf dem iPhone zeigt Grok Bot den Bildschirm des Cloud-Rechners mit Chrome, Terminal und Taskleiste. Im Screenshot meldet sich der Bot gerade bei Microsoft an, und du kannst über die eingeblendete Tastatur selbst eingreifen, etwa um Zugangsdaten einzugeben oder eine Sicherheitsabfrage zu bestätigen.

Das hat zwei Folgen. Erstens kann der Bot auch Webseiten bedienen, die keine Schnittstelle haben: Er meldet sich an, klickt sich durch und überträgt Daten. Zweitens bleibt dein eigener Mac unberührt. Befehle auf deinem lokalen Rechner führt ein Bot nur aus, wenn du diese Funktion aktivierst und die Aktion freigibst.
Verbindung mit Microsoft 365 und Odoo
Für Unternehmen sind die Konnektoren der eigentliche Hebel. Anfang September kamen Outlook, Kalender und OneDrive dazu, außerdem gibt es Konnektoren für Microsoft Teams, SharePoint, Google Drive, Gmail, Google Kalender und Salesforce. Installiert und verwaltet werden sie in der Grok-Bot-App unter „Plugins und Skills verwalten“ im Marketplace. Laut der Dokumentation von SpaceXAI kann Grok damit unter anderem:
- E-Mails im Postfach durchsuchen, lesen, Entwürfe anlegen, beantworten, weiterleiten und in Ordner verschieben
- Termine suchen, Verfügbarkeiten mehrerer Teilnehmer prüfen, Termine anlegen und Einladungen annehmen oder ablehnen
- Dateien aus OneDrive und SharePoint finden und bereitstellen
- in Microsoft Teams mitlesen und Nachrichten verfassen
Für unser ERP-System Odoo haben wir bei OIT einen eigenen Connector gebaut, im Screenshot als „oit-ai“ zu sehen. Damit greift Grok Bot nicht nur auf Mail, Kalender und Dateien zu, sondern auch auf Daten aus Odoo.

Die Anmeldung läuft über dein Microsoft-Konto mit delegierten Berechtigungen, der Bot sieht also nur das, was du selbst siehst. In vielen Firmen-Tenants muss ein Administrator die Anwendung „xAI Grok“ in Entra ID (ehemals Azure AD) erst freigeben. Genau hier lohnt sich ein bewusster Blick: Wer darf welchen Konnektor nutzen, und mit welchen Rechten?
Was du damit automatisieren kannst
Aus unseren ersten Tests und den dokumentierten Funktionen ergeben sich typische Aufgaben für den Büroalltag:
- Postfach-Vorsortierung: Der Bot sichtet eingehende Mails, fasst Wichtiges zusammen und bereitet Antwortentwürfe vor, die du nur noch freigibst.
- Terminabstimmung: Freie Slots mehrerer Teilnehmer finden und die Einladung direkt verschicken.
- Recherche und Berichte: Informationen aus dem Web und aus Dateien zusammentragen und als Dokument in OneDrive ablegen.
- Webportale ohne API: Rechnungen aus Anbieterportalen holen oder Daten zwischen Systemen übertragen, über den Browser in der Cloud-VM.
- Wiederkehrende Abläufe: Einmal vorgemacht, kann der Bot einen Ablauf als Fähigkeit wiederholen.
Wichtig zu wissen: Browser-Automatisierungen sind weniger stabil als echte Schnittstellen. Geänderte Oberflächen, abgelaufene Sitzungen oder Captchas bringen den Bot aus dem Tritt. Für kritische Prozesse bleibt eine saubere Anbindung per API die bessere Wahl.
Grok im Tesla: Konnektoren seit dem 22. September
In Europa ist Grok seit Februar 2026 mit dem Software-Update 2026.2.6 als Beta im Tesla verfügbar, unter anderem in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Voraussetzung sind Fahrzeuge mit AMD-Ryzen-Infotainment und Premium-Konnektivität (9,99 € im Monat) oder ein per WLAN verbundenes Smartphone.
Am 22. September 2026 hat Tesla die Konnektoren freigeschaltet. Die Voraussetzung dafür sind die verbundenen Konnektoren aus dem vorigen Abschnitt: Nur was du vorher mit deinem Grok-Konto verbunden hast, kann Grok im Auto nutzen. Eingerichtet werden sie in der Grok-App (Plus-Symbol, „New Connector“, Dienst auswählen und anmelden) oder wie bei uns in der Grok-Bot-App. Danach greift Grok automatisch darauf zu. Du kannst dir während der Fahrt Mails vorlesen lassen, Antworten diktieren, Termine abfragen oder verschieben und Dateien suchen lassen, ohne das Smartphone anzufassen.
Weitergehende Agenten-Aufgaben mit Grok Bot im Auto, etwa Bestellungen oder Reservierungen, sind laut Tesla zunächst Abonnenten von SuperGrok Heavy vorbehalten. Einen offiziellen Fahrplan für alle europäischen Märkte hat Tesla bisher nicht veröffentlicht.
Was kostet Grok?
SpaceXAI rechnet in US-Dollar ab, die folgenden Werte sind gerundete Euro-Beträge und können je nach Steuer und Wechselkurs leicht abweichen (Stand September 2026):
| Plan | Preis pro Monat | Für wen |
|---|---|---|
| Grok Free | 0 € | Ausprobieren, Websuche, einfache Fragen |
| SuperGrok Lite | rund 10 € | Gelegentliche Nutzung mit höheren Limits |
| SuperGrok | rund 30 € | Einzelnutzer, inklusive Grok Bot |
| SuperGrok Heavy | rund 300 € | Größte Agenten-Teams, erweiterte Tesla-Funktionen |
| Grok Business | rund 30 € je Nutzer | Teams mit Freigaben, Auswertungen und Ausschluss vom Training |
| Grok Enterprise | auf Anfrage | SSO, SCIM, Netzwerkregeln, Audit-Logs |
Für Teams wichtig: Die Admin-Steuerung wie Netzwerkregeln, Audit-Logs oder die Pflicht zur Freigabe von Aktionen gibt es vollständig erst im Enterprise-Plan.
Grok per API im OIT KI Gateway
Wer Grok nicht als eigenes Abo für jeden Mitarbeiter einführen möchte, kann die Modelle auch über die API von SpaceXAI nutzen. Das aktuelle Modell Grok 4.7 (seit 21. September 2026) kostet dort knapp 2 € je Million Eingabe-Token und gut 5 € je Million Ausgabe-Token, bei einem Kontextfenster von 500.000 Token.
Über das OIT KI Gateway lässt sich Grok neben GPT, Claude und Gemini als weiteres Modell anbinden. Dein Team arbeitet dann in einer gemeinsamen Oberfläche, und du legst zentral fest, wer welches Modell nutzen darf und welches Budget zur Verfügung steht. Weil die Grok-API direkt beim Hersteller läuft und SpaceXAI bisher keine Datenverarbeitung ausschließlich in der EU zusagt, schalten wir Grok nur für die Nutzer oder Gruppen frei, bei denen du das ausdrücklich willst, und empfehlen es nicht für personenbezogene Daten.
Auch beim Thema Agenten spielt das Gateway seine Stärke aus. Werkzeuge und Systeme werden bei KI-Agenten meist über MCP-Server angebunden, und die laufen normalerweise lokal auf dem Rechner eines Mitarbeiters. Sie stehen dann nur bereit, solange dieser Rechner läuft und jemand davorsitzt. Im OIT KI Gateway laufen MCP-Server zentral und unabhängig vom Arbeitsplatzrechner: einmal angebunden, für das ganze Team nutzbar und zeitgesteuert auch unbeaufsichtigt. Mehr dazu erfährst du in unserem Artikel Was ist ein MCP-Server?
Worauf Unternehmen achten sollten
- Berechtigungen: Konnektoren mit Schreibrechten für Mail und Kalender nur gezielt freigeben, am besten über eine Admin-Zustimmung im Microsoft-365-Tenant.
- Freigaben: Aktionen wie Mails versenden oder Bestellungen auslösen sollten immer eine Bestätigung brauchen.
- Datenschutz: Klären, welche Daten in eine US-Cloud dürfen. Für sensible Inhalte bleiben EU-verarbeitete Modelle die sichere Wahl.
- Im Auto: Vorlesen und Diktieren ist praktisch, vertrauliche Inhalte sollten aber nicht laut vorgelesen werden, wenn Mitfahrer dabei sind.
Unser Fazit
Grok hat innerhalb weniger Wochen den Schritt vom Chatbot zum Arbeitskollegen gemacht. Die Kombination aus eigener Cloud-VM, Microsoft-365-Konnektoren und Sprachsteuerung im Tesla zeigt gut, wohin moderne KI im Arbeitsalltag geht: weg vom Fragen und Antworten, hin zum Erledigen. Für den produktiven Einsatz im Unternehmen braucht es aber klare Regeln zu Rechten, Freigaben und Datenschutz.
Du willst Grok, Grok Bot oder andere KI-Agenten sicher in deinem Unternehmen einsetzen oder Grok in dein KI Gateway einbinden? Sprich uns an, wir unterstützen dich im Rahmen unserer KI-Dienstleistungen. Was genau hinter Grok steckt, erklären wir auch in unserem Glossar.