Am 20. Mai 2026 ist WordPress 7.0 „Armstrong“ erschienen — das größte Core-Release seit fast einem Jahrzehnt. Mehr als 411 Enhancements und 486 Bugfixes stecken im Paket. Wir haben uns angesehen, was sich für deine Webseite konkret ändert, ob Divi und Borlabs Cookie noch laufen — und ob die Seite danach schneller oder sicherer wird.
- WP 7.0 bringt eine native KI-Schicht (AI Client + Abilities API) — kein Plugin nötig.
- Der Editor ist spürbar flotter, das Admin bekommt mit DataViews ein neues Gesicht.
- Die Admin- und Editor-Rolle ist nicht mehr als Standard-Rolle in den Einstellungen wählbar — gut so.
- Divi 5.2.1+ ist WP-7-kompatibel. Borlabs Cookie läuft ebenfalls weiter.
- Real-Time-Collaboration wurde kurz vor Release wieder herausgenommen — kommt erst mit 7.1 oder später.
- Front-End-Speed ist leicht besser, der echte Performance-Sprung kam aber schon mit 6.9.
Was ist neu in WordPress 7?
WordPress 7 markiert den offiziellen Start von Gutenberg Phase 3 — dem Kollaborations-Kapitel. Auch wenn das Highlight (siehe unten) verschoben wurde, ist die Substanz im Release beachtlich.
Die Real-Time-Collaboration (mehrere Personen gleichzeitig an einem Beitrag mit Live-Cursor) wurde am 8. Mai 2026 — zwei Wochen vor Release — wieder aus 7.0 entfernt. Grund: Race-Conditions und Speicherprobleme unter Last. Frühestens 7.1 (August 2026) oder 7.2 (Dezember 2026).
Wie kann ich KI in WordPress 7 nutzen?
Das ist die mit Abstand spannendste Neuerung. WordPress 7 hat drei KI-Bausteine direkt im Core — kein Plugin, keine Bastellösung:
1. WP AI Client (PHP-API)
Eine standardisierte, anbieter-neutrale Schnittstelle zu OpenAI, Anthropic Claude, Google Gemini & Co. Plugins beschreiben nur, was sie brauchen — WordPress entscheidet, welcher Provider antwortet.
Praxisnutzen: SEO-Plugins, Übersetzungs-Plugins, Auto-Alt-Texte. Alles ohne API-Key-Wirrwarr.
2. Abilities API
Plugins, Themes und Core registrieren ihre Fähigkeiten in einem Format, das sowohl Menschen als auch KI-Agenten lesen können. Damit kann ein KI-Modell selbständig sagen: „Ich kann hier einen Beitrag schreiben, jenes Produkt anlegen, diese Bestellung lesen.“
3. MCP-Anbindung (Model Context Protocol)
Über die Client-Side Abilities API spricht WordPress jetzt nativ MCP — das Protokoll, mit dem KI-Agenten (z.B. Claude oder ChatGPT) Schritt für Schritt mit externen Systemen interagieren. Das ist der Schritt vom Chat-Assistenten zum tatsächlich handelnden Agenten in deiner Webseite.
Was ändert sich bei Rollen und im Editor?
Eine kleine aber sinnvolle Änderung: Die Rollen Administrator und Editor sind nicht mehr als Standard-Rolle für neue Registrierungen auswählbar (unter Einstellungen → Allgemein). Damit verhindert WordPress, dass durch einen falschen Klick alle neu registrierten Nutzer plötzlich volle Admin-Rechte bekommen.
- Wer Administrator/Editor bereits vorher als Default gesetzt hatte, bekommt jetzt eine Site-Health-Warnung.
- Mit dem neuen Filter
default_role_dropdown_excluded_roleskönnen Entwickler die Liste anpassen. - Der Block-Editor selbst hat keine Rollen-Änderungen — Capabilities funktionieren wie gewohnt.
Was ist mit Divi v4 und v5?
Hier die Entwarnung — und ein klarer Hinweis: Divi muss aktualisiert werden, wenn du auf WordPress 7 gehst.
Datenschutz und Borlabs Cookie — was ist passiert?
Die kurze Antwort: Borlabs Cookie läuft weiterhin mit WordPress 7. Das Borlabs-Team hat im aktuellen Changelog explizit „Compatibility with WordPress 7.0″ als Verbesserung gelistet. Die Mindestanforderungen — WP 4.7+, PHP 7.4+ — sind unverändert.
Was sich auf der Datenschutz-Ebene durch WordPress 7 selbst ändert, ist eher konzeptioneller Natur:
- KI-Aufrufe gehen an Drittanbieter. Wer den AI Client mit OpenAI oder Anthropic verbindet, hat einen neuen Auftragsverarbeiter — Vertrag (AVV) und Cookie-Hinweis sollten geprüft werden.
- Admin-Approval für KI-Plugins. Kein Plugin kann ohne deine ausdrückliche Freigabe auf KI-Credentials zugreifen — ein guter Default für die DSGVO.
- Keine neuen Tracking-Mechanismen. WordPress 7 lädt keine eigenen externen Skripte. Borlabs muss also nichts zusätzlich blocken.
Wird die Seite schneller — oder langsamer?
Ehrliche Antwort: leicht schneller, aber nicht dramatisch. Der große Front-End-Sprung kam bereits mit WordPress 6.9 — dort wurden Core-Web-Vitals, Block-Themes und Stylesheets messbar beschleunigt. WordPress 7 setzt vor allem unter der Haube an:
Wird die Seite sicherer?
Ja. Nicht spektakulär, aber gleich an mehreren Stellen sauber nachgezogen:
Konkrete Sicherheitsverbesserungen
- PHP 7.4 ist Mindestanforderung. Alte PHP-Versionen — gestützt mit längst auslaufenden Security-Patches — werden ausgesperrt.
- Default-Rolle abgesichert. Keine versehentlichen Admin-Registrierungen mehr.
- KI-Capabilities nur für Admins. Untrusted User können keine Prompts an konfigurierte Provider senden.
- Explizites Plugin-Approval für den Zugriff auf KI-Anmeldedaten.
- Allgemeine Vulnerability-Härtung über die 486 Bugfixes hinweg.
Sollte ich jetzt updaten?
Klare Empfehlung: Ja — aber bitte mit Plan.
- Backup machen (oder Staging anlegen).
- Divi auf 5.2.1 oder höher aktualisieren.
- Borlabs Cookie auf die aktuelle Version updaten.
- Alle weiteren Plugins auf WP-7-Kompatibilität prüfen.
- WordPress 7 einspielen — erst auf Staging, dann live.
- PHP-Version auf mindestens 8.2 (besser 8.3) anheben — dann lohnt sich der Performance-Sprung wirklich.
Wir machen das WP-7-Update für dich
Inklusive Divi-Update, Plugin-Check, Staging-Test und Borlabs-Kompatibilität. Im Rahmen unserer WordPress-Wartung oder als Einzelauftrag.
Hast du eine Frage zu diesem Artikel?
Schreib uns – wir antworten in der Regel innerhalb eines Werktages.
Ähnliche Artikel
Claude Fable 5 im Praxistest: Stark, hungrig – und nur so gut wie seine Werkzeuge
Update · 12. Juni 2026 Fable 5 und Mythos 5 vorerst abgeschaltet Am 12. Juni 2026 hat die US…
Lesen →
GEO-Checkliste: So wird deine WordPress-Website sichtbar in ChatGPT & Co.
Das Wichtigste in Kürze: GEO (Generative Engine Optimization) sorgt dafür, dass deine Website von K…
Lesen →
Belebendes Update - welcome odoo v19
Nach einem Jahr produktiver Nutzung von Odoo 18 auf odoo.sh sind wir bei OIT auf Odoo 19 umgestiege…
Lesen →