Stand: 23.08.2026 · WordPress 7.1 „Mary Lou“ wurde am 19. August 2026 veröffentlicht. Benannt ist die Version nach der Jazzpianistin und Arrangeurin Mary Lou Williams.
Nach dem großen Technik-Release WordPress 7.0 im Mai legt das Core-Team direkt nach. WordPress 7.1 dreht sich nicht um neue Grundlagen, sondern um den Arbeitsalltag: responsives Gestalten ohne eine Zeile CSS, bessere Zusammenarbeit in der Redaktion und deutlich robusteres Arbeiten mit Bildern.
Gleichzeitig ist es ein Release, das man nicht blind einspielen sollte. Zwei technische Änderungen unter der Haube können ältere Plugins und individuell entwickelte Blöcke aus dem Tritt bringen. Wir zeigen dir beides: was du gewinnst und worauf du achten musst.
Das Wichtigste in Kürze
19. August 2026, zweites großes Release des Jahres.
Responsives Styling und Hover-Effekte direkt im Editor, ohne CSS.
Tabs für gegliederte Inhalte und eine Audio-Playlist.
Der Classic-Block bleibt doch erhalten. Die geplante Abschaffung wurde zurückgenommen.
Erzwungener iframe-Modus bei Block-Themes. Ältere eigene Blöcke können brechen.
Backup anlegen, auf Staging testen, dann live aktualisieren.
Die neuen Funktionen im Detail
1. Responsives Styling ohne CSS
Das ist der lang gehegte Wunsch der Community und die wichtigste Neuerung: Du kannst jetzt pro Bildschirmgröße gestalten. Im Editor blendest du über „Responsive Bearbeitung“ die Ansicht für Tablet oder Smartphone ein. Jede Änderung an Schriftgröße oder Abstand gilt dann nur für diese Ansicht.
Dazu kommen interaktive Zustände: Buttons und Links lassen sich nativ für :hover (Maus darüber), :focus (Tastaturfokus, wichtig für Barrierefreiheit) und :active (beim Klick) gestalten. Bisher brauchte das individuelles CSS. Die Vorschau aktualisiert sich in Echtzeit.
Neu ist außerdem, dass der Editor dir zeigt, woher eine Formatierung stammt – aus dem Theme, aus den globalen Einstellungen oder von einem übergeordneten Block. Das macht das Aufräumen gewachsener Seiten deutlich einfacher.
Unser Praxishinweis: Für ältere oder kostenlose Themes ohne fließend skalierende Schriften ist das ein Segen. Nutzt deine Seite ein professionell aufgesetztes Theme mit sauber berechneten Schriftgrößen, kann diese Funktion die automatische Skalierung auch versehentlich aushebeln. Sprich das mit allen ab, die Inhalte pflegen.
2. Zusammenarbeit: Notizen mit Vorschlagsmodus
Die Notizen im Editor sind erwachsen geworden. Neu sind ein Vorschlagsmodus, in dem Kolleginnen und Kollegen Textänderungen vorschlagen, die du per Klick annimmst oder verwirfst, sowie formatierte Kommentare, Benachrichtigungen und Emoji-Reaktionen.
Echtes gleichzeitiges Arbeiten wie in Google Docs ist weiterhin nicht enthalten. Es hat sich gezeigt, dass die dauerhafte Datenübertragung günstige Hosting-Server überlastet. Diese Funktion bleibt vorerst hinter Testschaltern und ist für Ende 2026 geplant.
3. Neue Blöcke: Tabs und Playlist
Der Tabs-Block ist das Highlight dieses Releases. Damit gliederst du umfangreiche Inhalte in Reiter, ohne ein zusätzliches Plugin. Der Playlist-Block bindet Audiodateien mit Wellenform-Darstellung ein.
Der geplante Inhaltsverzeichnis-Block wurde auf Version 7.2 verschoben.
4. Bilder und Medien
WordPress verarbeitet Bilder jetzt im Browser statt auf dem Server. Das entlastet dein Hosting und beschleunigt Uploads. Konkret bedeutet das:
| Neuerung | Was das für dich heißt |
|---|---|
| Neuer Bild-Editor | Zuschneiden, Drehen und Spiegeln in einem großen Overlay statt im fummeligen Inline-Werkzeug. |
| HEIC-Unterstützung | Fotos direkt vom iPhone hochladen. WordPress wandelt sie automatisch in ein web-taugliches Format um. |
| Uploads fortsetzen | Bricht die Verbindung ab, läuft der Upload danach weiter statt komplett neu zu starten. |
| GIF zu Video | Animierte GIFs werden in performante Videos umgewandelt. Spart spürbar Ladezeit. |
| Dekorative Bilder | Neuer Schalter im Bild-Block. Rein dekorative Bilder werden für Screenreader ausgeblendet – ein Plus für die Barrierefreiheit. |
5. Aufgeräumte Oberfläche
Die schwarze Admin-Leiste begleitet dich jetzt in allen Editoren, das lästige Hin- und Herspringen entfällt. Logo, Favicon, Seitentitel und Untertitel sind unter Design → Identität an einer Stelle gebündelt. Die Schnellsuche über Strg + K beziehungsweise Cmd + K sortiert Ergebnisse nach zuletzt benutzt und merkt sich deinen Verlauf.
6. Mehr Tempo im Frontend
Der Query-Loop-Block lädt spürbar schneller. Zusätzlich lädt WordPress bei aktivem Caching Seiten aggressiver im Hintergrund vor, sobald ein Besucher mit der Maus in die Nähe eines Links kommt. Das fühlt sich beim Navigieren fast verzögerungsfrei an.
Entwarnung: Der Classic-Block bleibt
Im Juni war angekündigt, den Classic-Block mit 7.1 aus der Blockauswahl zu entfernen. Nach deutlichem Feedback aus der Community wurde diese Entscheidung am 7. Juli 2026 offiziell zurückgenommen.
Für dich heißt das: Der Classic-Block steht ganz normal zur Verfügung, bestehende Inhalte bleiben unangetastet, und du musst nichts unternehmen. Die Funktion „In Blöcke umwandeln“ gibt es weiterhin, wenn du migrieren möchtest.
Warum sich das Update lohnt
Nur aktuelle Versionen erhalten zuverlässig Sicherheitskorrekturen. Veraltete Installationen sind das häufigste Einfallstor bei gehackten WordPress-Seiten.
Tabs, Playlist und Bildbearbeitung sind jetzt eingebaut. Jedes eingesparte Plugin senkt Risiko und Wartungsaufwand.
Fokus-Zustände und der Schalter für dekorative Bilder helfen dabei, gesetzliche Anforderungen zu erfüllen.
Wer mehrere Versionen zurückliegt, hat später den deutlich größeren und riskanteren Sprung vor sich.
Worauf du achten musst
WordPress 7.1 ist ein ausgereiftes Release, bringt aber drei Punkte mit, die bei gewachsenen Seiten Probleme machen können.
| Risiko | Hintergrund und was zu tun ist |
|---|---|
| Erzwungener iframe-Modus | Bei Block-Themes läuft der Editor jetzt zwingend im iframe. Individuell entwickelte Blöcke müssen auf Block-API Version 3 laufen, sonst werden sie im Editor fehlerhaft dargestellt. Die Website selbst bleibt davon unberührt. |
| Vorbereitung auf React 19 | Noch nicht aktiv, aber der Umstieg kommt mit Version 7.2 im Dezember 2026. Wer aufwendige JavaScript-Plugins einsetzt, sollte das rechtzeitig prüfen lassen. |
| Höhere Serverlast | Das aggressivere Vorausladen erzeugt mehr Anfragen. Auf kleinen Hosting-Paketen kann das spürbar werden. Bei unseren gehosteten Seiten behalten wir das im Blick. |
So aktualisierst du sicher – Schritt für Schritt
- Backup anlegen. Vollständige Sicherung von Dateien und Datenbank. Bei den meisten Hostern läuft das automatisch – prüfe, dass die letzte Sicherung aktuell ist und du weißt, wie du sie zurückspielst.
- Zuerst Plugins und Theme aktualisieren. Aktualisiere unter Dashboard → Aktualisierungen erst alle Erweiterungen, dann den WordPress-Kern. So gehst du mit Versionen ins Update, die 7.1 bereits unterstützen.
- Auf Staging testen. Wenn deine Seite eine Staging-Umgebung hat, spiele das Update dort zuerst ein und klicke die wichtigsten Seiten durch: Startseite, Kontaktformular, Shop, Buchungsstrecke.
- Kern aktualisieren. Unter Dashboard → Aktualisierungen auf „Jetzt aktualisieren“ klicken. Das dauert in der Regel unter einer Minute.
- Nachkontrolle. Startseite und Unterseiten aufrufen, ein Kontaktformular testweise absenden, im Editor eine Seite öffnen und speichern. Achte besonders auf Blöcke, die euer Dienstleister individuell gebaut hat.
Wichtig: Spiele das Update nicht freitagnachmittags oder kurz vor dem Urlaub ein. Wähle einen Zeitpunkt, an dem jemand erreichbar ist, der bei einem Problem reagieren kann.
Wir übernehmen das gerne für dich
Du möchtest dich damit nicht beschäftigen oder bist unsicher, ob deine Seite mit 7.1 klarkommt? Wir prüfen deine Installation, spielen das Update kontrolliert ein und schauen danach nach, ob alles funktioniert.
Melde dich einfach unter wordpress@olbricht.it – wir stimmen dann einen passenden Termin mit dir ab.
Häufige Fragen zu WordPress 7.1
Wann ist WordPress 7.1 erschienen?
WordPress 7.1 mit dem Namen „Mary Lou“ wurde am 19. August 2026 veröffentlicht. Es ist das zweite große Release des Jahres nach Version 7.0 im Mai.
Verschwindet der Classic-Block?
Nein. Die ursprünglich geplante Entfernung wurde am 7. Juli 2026 zurückgenommen. Der Classic-Block bleibt ohne Einschränkung in der Blockauswahl verfügbar.
Muss ich sofort aktualisieren?
Nicht am selben Tag, aber auch nicht auf die lange Bank schieben. Sinnvoll ist ein Update innerhalb weniger Wochen, nachdem Theme und Plugins ihre Kompatibilität bestätigt haben.
Kann ich jetzt gleichzeitig mit Kollegen an einem Text arbeiten?
Noch nicht. Echtzeit-Zusammenarbeit ist nicht standardmäßig aktiv. Stattdessen gibt es Notizen mit Vorschlagsmodus, Kommentaren und Reaktionen für die zeitversetzte Abstimmung.
Was passiert, wenn nach dem Update etwas kaputt ist?
Deshalb ist das Backup Pflicht. Damit lässt sich der Zustand vor dem Update wiederherstellen. Meist genügt es aber, ein einzelnes veraltetes Plugin zu aktualisieren oder zu ersetzen.
Brauche ich für responsives Styling noch CSS-Kenntnisse?
Für Schriftgrößen, Abstände und Hover-Effekte nicht mehr. Das lässt sich in WordPress 7.1 direkt im Editor pro Bildschirmgröße einstellen.
Dieser Beitrag wird aktualisiert, sobald sich am Release-Stand etwas ändert.
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