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SVG in STL umwandeln: So machst du aus einer 2D-Grafik ein 3D-Modell

Justin Gervelmeyer
Design & Grafik-Experte
OIT GmbH
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SVG (Scalable Vector Graphics) ist das Standard-Vektorformat für Logos und Grafiken. STL (Stereolithography) ist das Standard-Format für den 3D-Druck. Mit der richtigen Methode lässt sich jede SVG-Grafik in wenigen Minuten in ein druckbares 3D-Modell umwandeln.

Warum SVG in STL umwandeln?

SVG-Dateien sind Vektorgrafiken – ideal für Logos, Schriften oder Muster. STL-Dateien sind das Standardformat für 3D-Drucker und CNC-Fräsen. Die Umwandlung ermöglicht es dir:

  • Eigene Logos oder Schriftzüge als 3D-Objekte zu drucken
  • Schilder, Namensschilder oder Dekoelemente herzustellen
  • Designs für CNC-Fräsen oder Lasergravuren vorzubereiten
  • Vorhandene Vektorgrafiken als physische Objekte umzusetzen

Voraussetzungen

  • Eine SVG-Datei mit geschlossenen Pfaden und Konturen (keine Füllfarben, nur Outlines)
  • Optional: Inkscape oder Adobe Illustrator zum Bearbeiten der SVG
  • Zugang zu einem Online-Converter oder Inkscape (kostenlos)

Teil 1: SVG-Datei vorbereiten

Nicht jede SVG-Datei lässt sich direkt konvertieren. Für ein gutes Ergebnis beim 3D-Druck sollte deine Grafik:

  • Nur geschlossene Pfade enthalten – offene Linien erzeugen keine solide 3D-Form
  • Keine Farbfüllungen haben – nur Konturen/Outlines werden korrekt extrudiert
  • Einfache Formen sein – sehr komplexe Grafiken können zu Fehlern führen

Falls deine SVG noch Farben hat oder offene Pfade enthält, öffne sie in Inkscape (kostenlos) und:

  1. Wähle alle Elemente aus (Strg+A)
  2. Gehe zu Pfad → Stroke zu Pfad um Konturen in Flächen umzuwandeln
  3. Exportiere als SVG (einfaches SVG, nicht Inkscape-SVG)

Teil 2: Online-Converter verwenden (einfachste Methode)

  1. Öffne einen SVG-zu-STL-Converter, z. B.
  2. Lade deine vorbereitete SVG-Datei hoch
  3. Stelle die Extrusionshöhe ein – das ist die „Dicke“ deines 3D-Modells (z. B. 3–5 mm für Schilder)
  4. Klicke auf Konvertieren und lade die STL-Datei herunter
Extrusionshöhe: Je nach Verwendungszweck empfehlen sich unterschiedliche Höhen – für Aufkleber/Sticker ca. 1–2 mm, für Schilder 3–5 mm, für stabile Objekte 5–10 mm.

Teil 3: Alternativ mit Inkscape und OpenSCAD

Für mehr Kontrolle über das Ergebnis kannst du Inkscape in Kombination mit OpenSCAD (kostenlos) nutzen:

  1. Öffne deine SVG in Inkscape
  2. Gehe zu Datei → Dokumenteigenschaften und setze die Einheit auf mm
  3. Exportiere als DXF (Datei → Speichern unter → Desktop Cutting Plotter (DXF))
  4. Öffne OpenSCAD und importiere die DXF-Datei:
    linear_extrude(height = 5)
      import("deine-datei.dxf");
  5. Render mit F6 und exportiere als STL (Datei → STL exportieren)

Teil 4: STL im Slicer für den 3D-Druck vorbereiten

  1. Öffne deine STL-Datei in einem Slicer wie oder Cura
  2. Skaliere das Modell auf die gewünschte Größe
  3. Wähle Druckeinstellungen (Schichthöhe, Infill, Supports falls nötig)
  4. Exportiere als G-Code und schicke ihn an deinen Drucker
Tipp: Falls das Modell im Slicer leer oder fehlerhaft aussieht, öffne die STL vorher in Tinkercad oder Meshmixer und nutze die Reparatur-Funktion um fehlerhafte Mesh-Geometrie zu bereinigen.

Fazit

Mit einem Online-Converter wie svg2stl.com ist die Umwandlung in wenigen Klicks erledigt. Für professionellere Ergebnisse lohnt sich die Kombination aus Inkscape und OpenSCAD. Das Ergebnis: Eigene 2D-Designs als echte 3D-Objekte – perfekt für individuelle Schilder, Logos, Namensetiketten oder Dekoelemente.

Justin Gervelmeyer
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